Cheffe

Dabei seit: 04.10.2005
Beiträge: 4.430
Elfmeterhistorie : Elfmeter herrausfordern Gewonnen :36 Unentschieden : 43 Verloren : 27
Guthaben: 103.681 Spritzer
Kontonummer: 50
Style: soccer
Herkunft: Hadersdorf
Bewertung:
Teilnehmer des EM-Tippspiels
Rang  mit 95 Punkten
|
Wordmix:
erstellte Rätsel: 6
gelöste Rätsel: 8
Level: 57 [?]
Erfahrungspunkte: 34.061.126
Nächster Level: 35.467.816
 |
|
Am Dienstag ist eine über 40-jährige Flucht zu Ende gegangen: Seit Jahren hatten die Topermittler einer sizilianischen Spezialeinheit nur ein Ziel - den mysteriösen und meistgesuchten italienischen Mafia-Boss Bernardo Provenzano zu schnappen.
Tag um Tag gingen sie Hinweisen nach, hörten Telefonmitschnitte ab - und dachten mehr als einmal, den seit über 40 Jahren flüchtigen Paten aufgespürt zu haben.
Aber obwohl er sich nur wenige Kilometer von seinem Heimatdorf entfernt aufhielt, konnte Provenzano der Polizei jahrelang immer wieder entwischen. Jetzt wurde ihm kurioserweise seine Unterwäsche zum Verhängnis.
Vertrauensmann verplapperte sich
Am Dienstag überführten Beamte Provenzano in seinem Versteck auf einem Gehöft in der Nähe der Mafia-Hochburg Corleone. "Ein historischer Erfolg im Kampf gegen die Mafia!" lobten Politiker im ganzen Land.
Ein abgehörtes Telefonat hatte die Ermittler auf die richtige Spur gebracht, berichteten italienische Medien. Darin habe sich ein Vertrauensmann mit seinem Gesprächspartner darüber abgestimmt, wann er dem Boss die saubere Wäsche bringen soll.
Größter Coup seit Jahren
In Italien gilt die Festnahme Provenzanos als der größte Coup gegen das organisierte Verbrechen seit über zehn Jahren. Am Mittag eilten zahlreiche Schaulustige vor das Polizeikommissariat in Palermo, Kamerateams stellten sich ein.
Leistete keinen Widerstand
Der "Boss der Bosse" habe bei seiner Verhaftung keinerlei Widerstand geleistet, hieß es. Ein DNA-Test habe seine Identität bestätigt. Staatspräsident Carlo Azeglio Ciampi gratulierte den Mafia-Jägern zu dem Erfolg.
"Die Festnahme Provenzanos ist ein außergewöhnliches Ergebnis, das vor allem durch Stillschweigen, Geduld, Entschlossenheit und Professionalität erzielt wurde", sagten Staatsanwälte in Palermo.
"Das Gehirn eines Huhnes"
Bernardo Provenzano war Anfang 1993 nach dem Tod von Luciano Liggio und der Verhaftung von Toto Riina an die Spitze der sizilianischen Cosa Nostra aufgestiegen. "Er schießt wie ein Gott, schade nur, dass er das Gehirn eines Huhns hat", soll Liggio einmal über Provenzano gesagt haben.
"Das ist die Geschichte von drei Bossen, die als halbe Analphabeten Mitte der 50er Jahre in Corleone aufgewachsen sind und sich entschieden haben, sich das, was sie wollen, mit Waffengewalt zu nehmen", schrieben Kommentatoren.
Entschlossen wie ein "Traktor"
Insider bezeichneten Provenzano stets als äußerst misstrauisch und menschenscheu. Wegen seiner Entschlossenheit wird er auch "Der Traktor" genannt. Bei den Mega-Prozessen gegen die Mafia bezeichneten sizilianische Richter ihn als "einen der grausamsten und blutrünstigsten Bosse der Cosa Nostra".
In Dutzende Morde verwickelt?
Mafia-Aussteiger, die später als "Pentiti" vor Gericht aussagten, erzählten von "mindestens 40 Morden", in die Provenzano direkt oder indirekt verwickelt gewesen sein soll.
Mehrmals wurde er in Abwesenheit zu lebenslangen Haftstrafen verurteilt. Auch soll er der Drahtzieher des internationalen Drogenhandels und der Geldwäsche sein.
Kommunikation via Schreibmaschine
In seinem Versteck fanden die Ermittler unter anderem eine alte Schreibmaschine. Mit ihr könnte der legendäre Pate zahlreiche Briefe mit verschlüsselten Botschaften verfasst haben: Ermittler hatten vor wenigen Jahren die Codes aus langen Reihen von Nummern und Abkürzungen zu knacken versucht.
Nach einem ausgeklügelten System seien bei der Übermittlung drei Mafia-Briefträger eingesetzt worden, hieß es damals.
__________________ friends are friends forever
hold tight to a promise
only friends understand
|
|