Warning: Undefined array key "qreplyview" in /var/www/vhosts/h205727.web39.alfahosting-server.de/html/forum/quickreply.php on line 37 Zöbinger | Shortnews | Sieben Geiseln in Wiener Bank in Todesangst
Geiseldrama in einer Bank in der Wiener Mariahilferstraße! Ein - wie sich später herausstellte - mit einer Plastikpistole bewaffneter, vorbestrafter 39-Jähriger hatte vorübergehend bis zu sieben Menschen in seiner Gewalt. Vor den Augen Hunderter Schaulustiger umstellten Polizeinheiten die BAWAG-Filiale. Nach fünf Stunden dann das unblutige Ende: Günther B. verließ mit der letzten Geisel das Geldinstitut und ergab sich.
Tatort Mariahilfer Straße: Dienstag kurz vor elf Uhr stürmt Günther B. unmaskiert mit einer silbernen Pistolenattrappe das BAWAG-Geldinstitut. Eine Angestellte löst geistesgegenwärtig den stillen Alarm aus. Inzwischen setzt der Täter dem 21-jährigen Kassier Florian M. die täuschend echt aussehende (Spielzeug-)Waffe an den Kopf und schreit: "Das ist ein Überfall. Ich bin depressiv!" Nur 62 Sekunden später bremst sich der erste Funkwagen mit Blaulicht vor der Filiale ein.
Damit ist der Fluchtweg abgeschnitten - doch der frühere Psychiatrie-Patient hat offenbar von Anfang an eine Geiselnahme geplant, um Aufmerksamkeit zu erregen. Er verschanzt sich mit sechs Bankangestellten. Ein Kunde sperrt sich unbemerkt im 1. Stock ein.
Filmreife Szenen
Auf der bekannten Einkaufsmeile kommt es nun zu filmreifen Szenen. Während in der angrenzenden McDonalds-Filiale die Verhandlungsexperten der Kriminaldirektion mit dem Kidnapper per Handy sprechen, gehen Dutzende schwerbewaffnete Beamte der Sondereinheiten Eko-Cobra und der WEGA in Stellung. Auch ein grüner Polizeipanzer trifft ein. Die Umgebung wird großräumig abgeriegelt, an den Absperrungen sammeln sich Hunderte Schaulustige - unter ihnen BAWAG-General Nowotny und ÖGB-Boss Hundstorfer.
In den nächsten drei Stunden lässt der unter psychischen und finanziellen Problemen leidende Günther B. drei Gefangene frei. "Er hat mit der Waffe herumgefuchtelt. Ich mache mir große Sorgen um meine Kollegen", so die geschockte Kassierin Tina B. kurz danach.
Zigaretten und Cola für den Täter
Über den Nachttresor erhält der Wiener sechs Päckchen Zigaretten. Eine Geisel muss eine Getränkekiste mit Cola und Almdudler vor dem Eingang abholen. Wenig später endet für diese Geisel und einen Kollegen das Drama: Sie werden freigelassen.
Berichte verfolgt
Während der Geiselnahme verfolgte der Täter die Berichterstattung im Internet und beschwerte sich bei der Polizei darüber, als "Täter", "Räuber" und "Geiselnehmer" bezeichnet zu werden. Auf Bitte der Polizei wurden daraufhin derartige Vokabeln in der Live-Berichterstattung auf Krone.at vermieden.
Zechtour mit Freunden vor der Wahnsinnstat
Inzwischen wird auch der Bruder des Kidnappers geholt, um ihn zur Aufgabe zu überreden. Fazit: Um 15.11 Uhr kommt die fünfte Geisel frei. Um 15.58 Uhr dann das unblutige Ende: Der 39-Jährige wirft die Spielzeugpistole weg und geht mit erhobenen Händen, begleitet von der letzten Gefangenen, hinaus. Er wird sofort überwältigt. Während der ersten Einvernahme spielen sich berührende Szenen ab. Die Geiseln fallen ihren Freunden und Angehörigen in die Arme. Die BAWAG-Filiale bleibt vorerst geschlossen.
20 Jahre Haft drohen
Was dem Täter zur Last gelegt wird, entscheiden die Einvernahmen des Verdächtigen und der Opfer. Es geht um Raub bzw. versuchten Raub mit einem Strafrahmen von bis zu zehn Jahren Haft oder Freiheitsentziehung oder aber erpresserische Entführung, die mit bis zu 20 Jahren Haft bedroht ist, erläuterte die Kriminalpolizei.
"Ba, Ba, Banküberfall"
Allzu fröhliche Anrainer untermalten das Geschehen musikalisch: Bewohnern eines Hauses gegenüber der Bawag-Filiale wurde polizeilich verboten, durch das offene Fenster während der Geiselnahme laut den EAV-Hit "Ba, Ba, Banküberfall" zu spielen.
Ermittlungen ergeben, dass der labile Günther B. am Tag vor der Wahnsinnsaktion offenbar mit Freunden eine Lokaltour unternommen hatte. Einer der Chefverhandler, Johann Schaffer, zum Motiv des Geiselnehmers, dessen Beziehung vor kurzem in die Brüche gegangen war: "Er hat keine Forderungen gestellt. Offenbar wollte er nur mit jemandem reden..."
Für die Betroffenen und Einsatzkräfte wars sicher a schwierige Situation, aber das mit den Anrainern, die "Ba ba Banküberfall" spielen, stell ich mir ziemlich witzig vor...
ich stell mir das net witzig - eher bescheuert vor.... - zeigt doch wie blöd die Menschen sind.... - was mich daran aber mehr verwundert, daß Türkische Familie mittlerweile wohl auch Platten von der EVN haben - naja - die werden wohl noch dem Vormieter gehört haben!
ich war mir ja am anfang net ganz sicher und sehr beunruhigt, daß da CHEFFE vielleicht da Bankräuber ist - im Forum hab ich nichts von ihm gelesen, dann die erste Forderung nach einer Schachtel Zigarette - da hab ich schon das schlimmste angenommen, aber dann - dann als der Entführer eine zuckerfreie Limonade bestellt hat - da war ich schon sehr beruhigt - doch net da CHEFFE....
Original von Diego
ich stell mir das net witzig - eher bescheuert vor.... - zeigt doch wie blöd die Menschen sind.... - was mich daran aber mehr verwundert, daß Türkische Familie mittlerweile wohl auch Platten von der EVN haben - naja - die werden wohl noch dem Vormieter gehört haben!
ich war mir ja am anfang net ganz sicher und sehr beunruhigt, daß da CHEFFE vielleicht da Bankräuber ist - im Forum hab ich nichts von ihm gelesen, dann die erste Forderung nach einer Schachtel Zigarette - da hab ich schon das schlimmste angenommen, aber dann - dann als der Entführer eine zuckerfreie Limonade bestellt hat - da war ich schon sehr beruhigt - doch net da CHEFFE....
nojo, wenn i scho moi an banküberfall moch, donn sowieso deine filiale. do is de geiselnahme donn net so fad wenn ma uns a bissl unterhalten können ...
und wie da spider scho gsogt hot, wenn schon dann räum i eher de wurstvitrine beim gourmet spar aus. "Hände an die Wurstschneidemaschine sonst knallts"
Dann aber bitte wirklich den Spar! Spar-Spar Sparüberfall geht grad noch aber Billa Billa Billaüberfall oder Merkur Merkur Merkurüberfall ist dann mit der Melodie nicht mehr vereinbar.
Einen Tag nach dem Geiseldrama in einer Wiener Bank, das sich vor den Augen Hunderter Schaulustiger abgespielt hat, zeigt der 39-jährige Geiselnehmer Günther B. keine Reue. "Mitleid mit den Geiseln hat er nicht. Nur mit sich selbst", so ein Ermittler der Kriminaldirektion 1 nach der Einvernahme des Täters.
Exakt von 10.58 bis 15.58 Uhr hielt der Gewalttäter ganz Wien in Atem. Das Geiseldrama spielte sich auf einer der bekanntesten Einkaufsmeilen der Bundeshauptstadt ab. Als Günther B. in die BAWAG-Filiale auf der Mariahilferstraße stürmte, machte er schon gleich zu Beginn klar, um was es ihm ging. "Heute werdet ihr was erleben!", schrie er im Schalterraum.
Die erste freigelassene Geisel hatte dann auch eine Botschaft für die Polizei: "Das ist kein Banküberfall, das ist eine Geiselnahme!"
"Wenn du mich anlügst, gibt es ein Blutbad"
Die nächsten fünf Stunden sprach der vorbestrafte 39-Jährige draußen nur noch mit Chefinspektor Johann Schaffer. Für den erfahrenen Wiener Kriminalbeamten, Mitglied der Verhandlungsgruppe seit ihrer Gründung 1989, war es bereits die siebente Geiselnahme. Der unberechenbare Kidnapper fasste Vertrauen zu dem dreifachen Familienvater, sagt rasch "Hansi" zu ihm. Er macht aber auch deutlich, dass mit ihm nicht zu scherzen ist: "Er hat anfangs immer gesagt: ,Wenn du mich anlügst, gibt es ein Blutbad. Wichtig ist, dass du weißt, dass mir am Leben nichts liegt. Ich werde sowieso erschossen"!
Geiselnehmer wollte im Mittelpunkt stehen
Der vorbestrafte Arbeitslose wirkt bei den Telefongesprächen teils depressiv. "Er hat zu mir gesagt: Heute werdet ihr mir zuhören müssen. Es bleibt euch nichts übrig", beschreibt der Kriminalbeamte die Gemütslage des labilen Täters. In seiner "Lebenskrise" möchte der auch schon in psychiatrischer Behandlung gewesene Günther B. einmal im Mittelpunkt stehen. Fühlt sich in der Rolle des vermeintlich Stärkeren wohl. Der 39-Jährige will auch die mehr als 20 Telefonate mit dem Chefverhandler diktieren. Johann Schaffer: "Als er Bier verlangte und ich das ablehnte, hat er aufgelegt. Auch wie ich gesagt habe, dass er vernünftig sein soll."
Während der Gespräche möchte der Geiselnehmer sein Gegenüber immer sehen. Ohne Schutzschild geht Chefverhandler Schaffer vor der Bank ständig auf und ab. Zu diesem Zeitpunkt war natürlich noch nicht klar, dass es sich bei der Pistole um ein Plastik-Spielzeug handelte.
In 20 Minuten spielt es "Rambazamba"
Als nur noch die stellvertretende Filialleiterin in der Gewalt des Geiselgangsters ist - vom Kunden, der sich im 1. Stock versteckt, weiß Günther B. nichts - scheint die Situation noch einmal zu eskalieren. Im Gespräch mit seinem Bruder droht der Verdächtige: "In 20 Minuten spielt's ,Rambazamba'!" Und singt ihm einen Rudi-Carrell-Hit vor: "Lass dich überraschen..."
Schließlich überredet der Chefinspektor den Kidnapper doch zur Aufgabe. Nach dem Versprechen, dass draußen ein Psychologe auf ihn wartet, lässt er sich vor der Bank festnehmen.
Dem Täter drohen 20 Jahre Haft
Am Tag danach scheint Günther B. die Todesangst seiner zwischenzeitlich sieben Geiseln - die sechs Bankmitarbeiter haben nun bis Ende der Woche dienstfrei und werden psychologisch betreut - egal zu sein. Ein Ermittler: "Er zerfließt nur vor Selbstmitleid." Dem Wiener drohen nun vermutlich wegen erpresserischer Entführung bis zu 20 Jahre Haft.
Massive Geldprobleme als Hauptmotiv
Nach Angaben von Oberstleutnant Gerhard Haimeder, interimistischer Leiter der Wiener Kriminaldirektion 1., dürften "massive Geldprobleme" das Hauptmotiv für die Tat gewesen sein. Seinen Schuldenberg dürfte der wegen Diebstahls, Einbruchs und Raubüberfalls amtsbekannte Wiener durch seine Spielsucht angehäuft haben.
Dennoch dürften laut Haimeder die finanziellen Schwierigkeiten des 39-jährigen Günter B. nicht der Grund gewesen sein, warum er in der BAWAG-Filiale sieben Geiseln nahm. "Es sieht so aus, als hat für ihn die Bank als Medium fungiert", sagte der Kriminalbeamte. Der Mann habe sich mitteilen wollen.
Der Oberstleutnant sprach von einem "persönlichen Lebensproblem" des Täters: Seine Lebensgefährtin hatte den 39-jährigen Vater einer 19-jährigen Tochter vor einiger Zeit verlassen. Kurz vor der Tat besuchte sie ihn mit ihrem neuen Freund.