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geschockt Seilbahnunglück Sölden Auf diesen Beitrag antworten Zitatantwort auf diesen Beitrag erstellen Diesen Beitrag editieren/löschen Diesen Beitrag einem Moderator melden       Zum Anfang der Seite springen

Warum mussten 9 Menschen sterben?

Nach dem schweren Seilbahnunglück am Montag im Gletscher-Skigebiet von Sölden, bei dem neuen Menschen - darunter sechs Kinder - in den Tod gestürzt sind - haben Experten heute mit der Suche nach der Unglücksursache begonnen. Erstes Detail: Der Lasthaken am Unglückshubschrauber von Sölden war offen und unbeschädigt. Das teilte der österreichische Vizekanzler Hubert Gorbach mit.


Mögliche Ursache sei eventuell ein elektrischer Defekt. Der Hubschrauber sei nicht überladen gewesen.

Die Staatsanwaltschaft nahm bereits am Montag Vorermittlungen wegen fahrlässiger Tötung auf, nachdem gegen 13 Uhr neun Mitglieder einer deutschen Skigruppe aus dem Schwarzwald ums Leben gekommen waren. Ein Transporthubschrauber hatte ein 750 Kilo schweres Betonteil verloren, das dann eine Gondel traf. Der Betonkübel prallte laut Liftgeschäftsführer Jakob Falkner direkt auf die zwischen dritter und vierter Stütze der Schwarzen Schneidbahn fahrende Kabine und riss sie aus der Verankerung gerissen. In der Gondel befanden sich fünf Personen, drei von ihnen fanden den Tod.

Eine Gondel stürzte ab, aus zwei weiteren fielen Menschen
Weil das Zugseil dadurch extrem zu schwingen begann, wurden zwei weitere Gondeln so stark hin und her gerissen, dass die Insassen gegen die Plexiglasscheiben geschleudert wurden. Die Fenster rissen aus dem Rahmen, sechs von acht Fahrgästen stürzten in die Tiefe und starben.

Pilot "unter Schock"
Der Chef der Salzburger Hubschrauberfirma, Roy Knaus, berichtete in einer Pressekonferenz davon, dass sein Pilot "unter Schock" stehe. Er habe "keine Erklärung", wie es zu dem Unglück gekommen sei. Im Einsatz standen zwölf Hubschrauber, Helfer des Roten Kreuzes, Bergretter und Alpinpolizei, sowie Angestellte der Bergbahn. Der Beton sollte bei der Bergstation zur Errichtung von Fundamenten verwendet werden.

Gerichtskommission untersucht Ursache
Der Behälter befand sich an einem Haken, von dem er mechanisch und elektrisch ausgeklinkt werden konnte. Es sei "zu früh", um als Ursache ein technisches Gebrechen oder menschliches Versagen nennen zu können, sagte auch Landespolizeikommandant Oskar Gallop.

Auch unverletzte Personen mussten geborgen werden
Im Skigebiet befanden sich laut Seilbahnbetreiber etwa 300 Personen. In den Gondeln waren zum Zeitpunkt des Unglücks in sechs Kabinen insgesamt 35 Menschen, davon waren 16 in den drei Kabinen. Die übrigen Passagiere mussten zum Teil von Hubschraubern in Sicherheit gebracht werden. Die Bahn war wegen eines herausgesprungenen Seiles nicht mehr in Betrieb zu nehmen.

"Sahen unseren Trainer in den Tod stürzen"
Aus nächster Nähe mussten zwei Schüler das Drama um ihre Gruppe miterleben: Julian (13) und Max (11) - Mitglieder des deutschen Skiclubs Gilching (nahe München) - saßen nur zwei Gondeln von der abgestürzten Kabine entfernt, als sie talwärts fuhren. Ihre furchtbare Schilderung: "Wir sahen, wie eine Gondel nach dem Einschlag in die Tiefe fiel und auf den Boden prallte. Eine zweite Gondel geriet so sehr ins Schwingen, dass unser Trainer herausgeschleudert wurde. Er hat sich noch festhalten wollen, doch dann hat ihn die Kraft verlassen und er ist ebenfalls abgestürzt.

Transport nicht genehmigungspflichtig
Von einem "tragischen Unglück", das zeige, "wie wichtig es ist, alle Sicherheitsvorkehrungen korrekt einzuhalten", sprach am Montag das Verkehrsministerium angesichts des schweren Seilbahnunglück im Gletscherskigebiet von Sölden. Lastenflüge wie jener, bei dem ein mit einem Materialtransportflug beauftragter Hubschrauber ein 750 Kilogramm schweres Betonteil verloren hatte, das dann gegen das Seil der Bahn krachte, seien allerdings nicht genehmigungspflichtig, erklärte Carl Ferrari-Brunnenfeld, Sprecher von Verkehrsminister Hubert Gorbach.

Derartige Materialtransporte mit Hubschraubern müssten weder der Seilbahnbehörde noch in weiterer Folge dem Ministerium gemeldet werden, sondern können in direkter Absprache mit dem Betreiber erfolgen. Für den Transport und die ordnungsgemäße Sicherung der Materialien haftet das Unternehmen - in diesem Fall das Pongauer Helikopter-Unternehmen Heli Alpin Knaus. Beamte der österreichischen Flugunfalluntersuchungsstelle seien derzeit - ebenso wie der Verkehrsminister selbst - an Ort und Stelle, um zu eruieren, wie es zu dem "tragischen Unglück" kommen konnte, sagte Brunnenfeld.

Gondel bereits einmal in Unfall verwickelt
Die Seilbahn auf die 3.309 Meter hohe Schwarze Schneid am Tiefenbachferner in den Ötztaler Alpen war in jüngster Zeit bereits einmal Schauplatz eines spektakulären Unfalles. Im vergangenen Jahr hatte sich das Steuerseil mit einer leeren, talwärts fahrenden Gondel verhängt. Die Kabine war nach dem eingeleiteten Notbetrieb der Bahn abgestürzt.

113 Fahrgäste hatten in der Folge aus den stecken gebliebenen Gondeln einzeln - aus bis zu 50 Metern Höhe - abgeseilt werden müssen. Die Rettungsaktion Mitte November hatte mehrere Stunden gedauert. Verletzt wurde damals niemand.

Nach Untersuchungen war eine "Potenzierung von Schwingungen" der Auslöser für den seinerzeitigen Zwischenfall gewesen. Zwei Mitarbeiter der Bergbahnen waren vom Ministerium suspendiert worden. Für die Wiederinbetriebnahme waren zahlreiche Auflagen gemacht worden, die unter anderem erst in der schneefreien Zeit realisiert werden konnten. Die am Montag durchgeführten Materialtransporte dürften im Zusammenhang mit diesen Maßnahmen stehen.

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06.09.2005 10:50 Spider ist offline E-Mail an Spider senden Homepage von Spider Beiträge von Spider suchen Nehmen Sie Spider in Ihre Freundesliste auf
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