Geschrieben von Spider am 29.01.2007 um 10:04:
Viele Sturmschäden im Osten Österreichs
Ein heftiger Sturm mit Spitzen jenseits der 100 km/h hat Montag früh die Feuerwehren im Osten Österreichs auf Trab gehalten. Allein im Süden Niederösterreichs wurden nach Angaben der Landeswarnzentrale (LWZ) an die 100 Einsätze verzeichnet. Etwa 20 Mal haben Helfer im Waldviertel ausrücken müssen. In Teilen Wiens ist es zu Behinderungen im öffentlichen Verkehr gekommen.
Die LWZ berichtete gegen 7.00 Uhr von rund 40 Sturmeinsätzen im Bezirk Wiener Neustadt, 30 im Bezirk Baden und 25 im Bezirk Neunkirchen. Im Waldviertel gab es Schneeverwehungen. In den Nachtstunden mussten mehrere stecken gebliebene Pkw und Lkw geborgen werden.
In Wiener Neudorf (Bezirk Mödling) wurden nach Angaben der Sicherheitsdirektion in den Morgenstunden Teile des Blechdaches der Firma WS Teleshop abgetragen und auf die B11 geweht. Bei den Aufräumarbeiten standen die lokale Feuerwehr mit 22 Mann und die Straßenmeisterei Mödling im Einsatz.
In Wien konnte die Straßenbahnlinie 9 seit Betriebsbeginn wegen eines umgefallenen Gerüsts in der Hormayrgasse 50 (Hernals) nur zwischen Westbahnhof und Hernalser Hauptstrasse/Wattgasse geführt werden. Die Straßenbahnlinie 42 konnte ab der Volksoper nur über die Linie 41 geführt werden. Wegen eines umgestürzten Baumes in der Prater Hauptallee war außerdem der Betrieb der Linie N zwischen Matthäusgasse und Prater Hauptallee nicht möglich.
Auch im Nordburgenland rückten Montag früh einige Feuerwehren zu Einsätzen aus. Auf Grund des Sturms stürzten Bäume und Plakatwände um, in Siegendorf (Bezirk Eisenstadt Umgebung) drohte die Lichtkuppel auf dem Flachdach einer IT-Firma abzureißen.
Hunderte Lenker mussten auf Autobahn ausharren
Bereits in der Nacht zum Sonntag haben Stürme, Glatteis und dichtes Schneetreiben für Chaos auf den Straßen gesorgt. In Vorarlberg etwa saßen Hunderte Lenker die ganze Nacht auf der Autobahn fest. Es war das blanke Chaos, das über die Autolenker hereinbrach. "Laufend haben sich Lkw quergestellt und laufend sind Autos dagegengekracht", schildert ein Autobahngendarm, der bei Bruck an der Leitha stundenlang versuchte, das Blechknäuel zu entwirren. 18 Fahrzeuge waren in die Karambolage verwickelt.
Ähnlich schlimm, wenn nicht noch dramatischer die Situation am anderen Ende Österreichs. Nachdem auf der Arlberg-Schnellstraße bei Innerbranz ein mit Apfelsaft beladender Lkw umgekippt war, bildete sich sofort ein 50-Kilometer-Stau, der sich bis in die frühen Sonntagmorgenstunden nicht auflöste. Hunderte Lenker - viele kamen aus dem Winterurlaub oder wollten eben dorthin - saßen bei dichtem Schneetreiben und schneidender Kälte die ganze Nacht auf der Autobahn fest. Sie wurden von Rotkreuz-Mitarbeitern mit Decken und heißem Tee versorgt. Erst bei Tagesanbruch konnten die erschöpften Opfer des Wintereinbruchs dem Schneechaos entkommen.
Entwarnung kommt von den Meteorolgen: Ab Donnerstag soll es wieder frühlingshaft mild werden.