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Geschrieben von Spider am 11.12.2007 um 17:01:

Daumen runter! Tschechien storniert Panzer-Bestellung bei Steyr

Rüstungsverträge zu kündigen ist anscheinend doch nicht so schwer: Die tschechische Regierung hat beschlossen, vom Vertrag mit dem Rüstungsproduzenten Steyr-Daimler-Puch zur Lieferung von 199 "Pandur II"-Radpanzern
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(siehe Foto, österreichisches Modell) zurückzutreten. Der Rüstungsauftrag im Wert von 800 Millionen Euro wäre die größte Beschaffung in der Geschichte der tschechischen Armee gewesen. Den Tschechen zufolge soll Steyr nicht ganz unschuldig an der Stornierung sein. Die Panzer seien zu spät bzw. noch nicht geliefert worden und rasselten zu einem Viertel durch die Tests der tschechischen Armee.
Verteidigungsministerin Vlasta Parkanova gab den Vertragsrücktritt am Dienstagnachmittag im tschechischen Fernsehen bekannt. Steyr habe vereinbarte Liefertermine nicht eingehalten, darüber hinaus hätten die bereits gelieferten Radpanzer die vorgesehenen Tests nicht bestanden, hieß es zur Begründung. Die Regierung in Prag hat die Kündigung des Vertrages mit Steyr Spezialfahrzeuge einstimmig beschlossen, sagte sie. Bei Steyr war für eine Stellungnahme noch niemand erreichbar.

Steyr hatte Anfang 2006 den lange umkämpften Großauftrag der tschechischen Armee zur Lieferung von 199 Radpanzern vom Typ "Pandur II" erhalten. Darüber hinaus wurde eine Option zur Bestellung weiterer 35 Panzerfahrzeuge vereinbart. Das Wiener Unternehmen hatte sich bei der Ausschreibung gegen den finnischen Konkurrenten Patria Vehicles durchgesetzt. Den Vertrag hatte 2006 der damalige Verteidigungsminister Karel Kühnl unterzeichnet.

Schon länger herrscht Unmut über den Vertrag in Tschechien
Der Vertrag war zuletzt heftig von der nun regierenden konservativen Demokratischen Bürgerpartei des Premiers Mirek Topolanek kritisiert worden. "Die Regierung wurde über die Tatsache informiert, dass der Vertrag nicht ordentlich erfüllt wird", sagte Parkanova im TV. Tschechien werde auch die vereinbarten Vertragsstrafen geltend machen. Etwa ein Viertel der bisher gelieferten Panzerfahrzeuge hätte die vorgesehenen Tests nicht bestanden, es habe eine Reihe von Problemen gegeben, erklärte die Ministerin. Außerdem soll Steyr die vereinbarten Liefertermine nicht eingehalten haben.

Laut Kaufvertrag hätte Steyr Spezialfahrzeuge, wie das Unternehmen mit vollem Namen heißt, 17 Radpanzer bis Ende November liefern sollen. Dies sei aber nicht geschehen, so dass seit 1. Dezember die Pönale-Frist laufe, sagte die Ministerin. Steyr hatte laut Parkanova angeboten, eine verbesserte Version der Radpanzer bis März 2008 zu liefern, also mit einer Verspätung von einem halben Jahr. "Falls wir darauf eingegangen wären, hätten wir aber immer wieder Zugeständnisse machen müssen", sagte die Ministerin.

Zwei Bieterverfahren in 12 Monaten verloren
Steyr-Daimler-Puch Spezialfahrzeuge mit Sitz in Wien-Simmering ist eine 100-Prozent-Tochter des US-Konzerns General Dynamics. In letzter Zeit erlitt man immer wieder Niederlagen: SSF unterlag Ende 2006 bereits bei der Ausschreibung um einen Großauftrag aus Slowenien im Wert von knapp 280 Millionen Euro der finnischen Patria. Im August dieses Jahres gingen die Österreicher in Kroatien neuerlich leer aus - wieder hatten die Finnen die Nase vorne.



Geschrieben von chris am 12.12.2007 um 00:34:

 

Na ja. Man muss schon zugeben, dass der Patria vielleicht in einer anderen Liga spielt (Kosovoerfahrung: geil großes Ding). Der Patria ist ja grundsätzlich bereits ein 4-Achser. Hab' zwar keinen Ahnung, wie der Pandur für Tschechien angeboten wurde, aber vom Grundkonzept ist der Pandur eben ein 3-Achser (wie bei uns erlebt mit Platzproblemen im Innenraum). Zwar ist der Pandur II ein 4-Achser (somit mehr Platz), aber mit der Verlängerung passt eben einiges nicht mehr mit dem Grundkonzept zusammen.
Persönlich wundert mich jedoch, dass sich Tschechien gegen ein Produkt, einer in amerikanischen Besitzerfirma, entschieden hat.
Dazu ein aktuelles Beispiel: Indien hat diese Woche erst eine Hubschrauberauftrag bei Eurocopter (EADS) storniert, und wird wahrscheinlich nun Hubschrauber der amerikanischen Firma Bell bestellen (diesbezügliche Andeutungen wurden bereits gemacht - US - Unterstützungsleistungen ....). dagegen



Geschrieben von Nuno MAX Gomes am 12.12.2007 um 06:21:

 

tja, was indien betrifft muss i sagen, die sind echt cool drauf!

bieten europa aufgrund der mangelden hubschrauber für den tschad einsatz ganz einfach 100 kamele an, mit denen die soldaten auf ihren dienst versehen können!


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