Geschrieben von Spider am 15.11.2007 um 08:40:
Milliardenklage gegen Chiquita
Gegen den nordamerikanischen Bananenkonzern Chiquita ist in den USA eine Klage wegen Unterstützung von Terroristen eingereicht worden. Knapp 400 kolumbianische Familien fordern Schadenersatz in Höhe von umgerechnet 5,3 Milliarden Euro. Chiquita hat in den Jahren 1997 bis 2004 kolumbianische Paramilitärs mit einem Millionenbetrag unterstützt, um seine Plantagen zu schützen. Die Milizen werden in Kolumbien für Massaker mit Hunderten von Toten verantwortlich gemacht. Infobox krone.tv: Das musst du gesehen haben! Infopics - klick dich durch die Bilder des Tages! Teste dein Wissen beim WochenquizDer Anwalt Jonathan Reiter wirft dem Milliarden-Unternehmen vor, die ultrarechten „Vereinigten Selbstverteidigungsgruppen Kolumbiens“ (kurz: AUC) finanziell unterstützt und ihnen so indirekt die Folter und Tötung von Angehörigen der Kläger ermöglicht zu haben.
Chiquita hatte schon im März dieses Jahres zugegeben, die zum Schutz der Bananenplantagen in Kolumbien eingesetzten AUC-Milizen zwischen 1997 bis 2004 mit einem Millionen-Betrag unterstützt zu haben. Wenig später erklärte sich das Unternehmen bereit, in den USA 25 Millionen Dollar Strafe zu zahlen. Doch das ist den Angehörigen der Opfern nicht genug. Für die indirekte Finanzierung von Massakern soll der US-Banenenkonzern jetzt die Verantwortung in Milliardenhöhe übernehmen.
Ähnliche Klage hatte bereits Erfolg
Die AUC beging in ihrem Kampf gegen linksgerichtete Rebellen Massaker mit Hunderten von Toten. Die US-Regierung setzte die kolumbianische Gruppierung Ende 2001 auf die Liste von Terrororganisationen. Nach einem Abkommen mit der Regierung in Bogotá schlossen die Paramilitärs erst im vergangenen Jahr offiziell ihre Entwaffnung ab.
Laut Klageschrift wird der Schadenersatz für „Terrorismus, Kriegsverbrechen, Verbrechen gegen die Menschlichkeit, Folter und unrechtmäßigen Tod“ gefordert. Bereits im Juli hatte eine ähnliche Sammelklage vor einem Gericht in New Jersey Erfolg. Wie hoch die Entschädigungszahlungen waren, wurde damals jedoch nicht bekannt.