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Geschrieben von Nuno MAX Gomes am 04.04.2007 um 14:29:

  Schlachtenepos 300

Während das Parlament feige kuscht, krallt sich Spartanerkönig Leonidas 300 Kämpfer und tritt an den Thermopylen gegen das vielfach überlegene Perserheer an. Es geht blutig zur Sache. Schliesslich aber ist die Freiheit gerettet sowie ein Opfermythos geboren. «300», Zack Snyders Verfilmung von Frank Millers gleichnamiger Grafic Novel, setzt neue Massstäbe beim Einsatz von computergenerierten Landschaften und Bodybuildern.


Den Film muss i ma unbedingt anschauen! großes Grinsen



Geschrieben von göttergattin am 04.04.2007 um 15:14:

 

Also die Meinungen der Kritiker gehen bei dem Film sehr auseinander. Das Thema würd mi prinzipiell auch interessieren. Aber so manche Dinge sind dann wieder an den Haaren herbeigezogen:

Zitat "Die Presse": In der Perser Armee dienen an Ketten geführte Monster. ...im Perser Großzelt zeigt Deformierte, Lesben und asiatische Transvestiten.

Des hat mit dem guten alten Sparta nix mehr zu tun...



Geschrieben von Cheffe am 04.04.2007 um 15:18:

 

a poar Lesben ghörn in jeden anständigen film!



Geschrieben von Nuno MAX Gomes am 04.04.2007 um 15:46:

 

is ja auch im grunde eine comic verfilmung! also von daher tät i da ohne hin nicht alles ernst nehmen!



Geschrieben von göttergattin am 04.04.2007 um 15:53:

 

@Cheffe: I glaub, du schaust da a anderes Genre und kane Comic-Verfilmungen...



Geschrieben von zelle001 am 04.04.2007 um 17:55:

 

Wann ist denn der Film? Kommt er ins Kino? winken



Geschrieben von DIDI5 am 04.04.2007 um 18:10:

 

heute vorpremiere zb im uci ... morgen dann überall (glaub i) Auto



Geschrieben von göttergattin am 05.04.2007 um 07:52:

 

Blut, Schweiß und gestählte Körper
Wo Männer noch Männer sein können.Nur die Stärksten überleben in Sparta, das erfährt man in "300", dem blutigen Sandalenfilm über die Schlacht bei den Thermopylen, der jetzt in den österreichischen Kinos startet, gleich am Anfang.

Säuglinge, die Zeichen von Schwäche, Krankheit oder Behinderung aufweisen, werden getötet. Die Frauen schicken ihre Söhne mit sieben Jahren aus dem Haus, damit sie zu tapferen Kriegern erzogen werden. Einer davon, Leonidas, wird zur Abhärtung unbekleidet in den Winter geschickt und muss allein einen wilden Wolf abschlachten.


Abgehärtete Helden
Von der Kindstötung und den brutalen Erziehungsmethoden dieser Prä-Kindergeld-Ära hört man nach diesem Prolog in den nächsten zwei Stunden von "300" nichts mehr. Moralische Ambivalenz steht nicht auf Zack Snyders Speiseplan.


Der Hollywood-Regisseur interessiert sich vor allem für stilisierte Bilder - und schließlich hat der unmenschliche Drill karrieretechnisch viel gebracht: 30 Jahre später ist Leonidas König von Sparta und bereit, alles zu geben, um sein Land gegen die Perser zu verteidigen.


Mit der Leibgarde gegen die Übermacht
Im Mittelpunkt des blutigen Sandalenfilms steht eine der spektakulärsten und berühmtesten Schlachten der Geschichte. Als 480 v. Chr. ein riesiges Heer persischer Krieger gegen das antike Griechenland marschiert, stellen sich ihm lediglich 300 unerschrockene Spartaner entgegen.


Der spartanische Rat hat Leonidas untersagt, Soldaten einzusetzen, und so zieht er nur mit seiner Leibgarde in den Krieg. Es ist eigentlich ein aussichtsloses Unterfangen, doch die Spartaner haben einen tollkühnen Plan: Sie fangen die Eindringlinge an einem schmalen Gebirgspass in den Thermopylen ab.


Verfilmter Comic-Look
Als "Der Löwe von Sparta" wurde diese klassische Heldengeschichte 1962 von Rudolph Mate bereits einmal verfilmt. Der Zeichner und Autor Frank Miller schuf 1999 den Comic "300", auf dem die neue Verfilmung basiert.


Wie bei der früheren Miller-Adaption "Sin City" bemühen sich die Filmemacher darum, den Look des Comics mit moderner Computertechnik nachzuzeichnen. Im Gegensatz zum verspielten "Sin City"-Schwarz-Weiß verlieren die hyperstilisierten Sepia-Bilder in "300" allerdings bald an Reiz.


Antike Männerwelt
Snyder zeigt eine Welt, in der Männer noch richtige Männer sein können und wo Muskelkraft wichtiger ist als Emotionen. Für Frauen ist da wenig Platz. Sie dürfen höchstens als barbusiges Orakel vor den geifernden Augen alter Spartaner tanzen.


Abgesehen davon dominieren blutige Gemetzel, abgeschlagene Köpfe und Leichen, die sich zu unüberwindbaren Bergen stapeln.


Zweifelhafte Werte
Angesichts der übermächtigen Bilder geölter, gestählter und leicht beschürzter Krieger-Leiber und des zweifelhaften Wertesystems, in dem Opferbereitschaft, Durchhaltevermögen und das Töten im Namen der Freiheit die obersten Maximen sind, muss sich Snyder den Vorwurf der Nähe zu Riefenstahlschem Pathos durchaus gefallen lassen.


Vorwürfe aus dem Iran
"300" ist damit inhärent politisch, auch wenn der Regisseur im Vorfeld durchaus glaubhaft versicherte, sich nicht für Parallelen zu aktuellen Kriegsschauplätzen, sondern nur für den Mythos der historischen Schlacht zu interessieren.


Im Iran hat der Film jedenfalls für viel Wirbel gesorgt: Er sei ein Propagandamachwerk, in dem das iranische Volk als dekadente Barbaren dargestellt werde.


Weltweit lukrativ
Trotz aller Kritik ist der 65 Millionen Dollar teure Film schon jetzt enorm erfolgreich. Als er Anfang März in den USA anlief, spielte er allein am ersten Wochenende fast 71 Millionen Dollar ein und lieferte damit den besten Kinostart des Jahres. Weltweit hat der Film schon über 300 Mio. Dollar eingenommen.



Geschrieben von Nuno MAX Gomes am 05.04.2007 um 10:50:

 

HISTORISCHER HINTERGRUND:

Innerhalb des griechischen Bündnisses war es zu schweren Meinungsverschiedenheiten über die notwendigen Verteidigungsstellungen gegen die Perser gekommen. Während Sparta und einige seiner Bündnispartner auf der Peloponnes offenbar Griechenland weitgehend preisgeben wollten und erst am Isthmos von Korinth den persischen Übergang auf die Peloponnes aufhalten wollten, waren die Bündnispartner aus Mittelgriechenland, vor allem aber Athen, anderer Meinung. Der fragile Hellenenbund konnte nur zusammengehalten werden, wenn eine erste Verteidigungslinie bereits an den Thermopylen aufgebaut wurde. Zeitgleich sollte die persische Flotte bei Artemision aufgehalten werden.

Nach dem Bericht bei Herodot, der einzigen Quelle aus dem 5. Jahrhundert v. Chr., soll Xerxes' Armee wie folgt ausgesehen haben:

Flotte: 517.610, Infanterie: 1.700.000 (VII, 60), Kavallerie: 80.000 (VII, 87), Araber und Libyer: 20.000 (VII, 184) und 324.000 griechische Alliierte.
Herodot geht noch von einer gleichgroßen Anzahl an Unterstützungstruppen aus und kommt damit auf über 5 Millionen (VII, 186). Auf Grund des Militärsystems und der logistischen Fähigkeiten der Perser, besonders der Versorgung, werden diese Zahlen als weit übertrieben erachtet; moderne Historiker nehmen eine Gesamtstärke von ca. 170.000 Mann an.

Auf Seiten des griechischen Bündnisses soll nach Herodot (VII, 176) ein Hoplitenheer mit folgenden Kontingenten am Pass in Stellung gegangen sein:

300 Spartanische Hopliten, 1.000 Tegeaten und Mantineer, 120 aus Orchomenos, 1.000 aus Arkadien, 400 aus Korinth, 200 aus Phleius, 80 aus Mykenai, 700 von Boiotern und Thespiern und 400 Thebaner.
Die Athener und Spartaner hatten also ein zahlenmäßig weit unterlegenes Heer von etwa 7.000 Mann. Eine offene Feldschlacht stand nicht zur Diskussion, vielmehr war der Sinn der Positionierung der Truppen der, einen raschen Vormarsch Xerxes' aufzuhalten. Das Kommando über die Truppen hatte einer der beiden spartanischen Könige, Leonidas. Der Großteil der spartanischen Truppen war in derselben Zeit mit heiligen religiösen Feiern beschäftigt. Nach Herodot wichen die Griechen tagelang nicht von ihrer Stellung und fügten den Persern hohe Verluste zu.


Leonidas I. im Thermopylen (Jacques-Louis David, 1814)Erst der Verrat durch einen gewissen Ephialtes (griech. = Alptraum, Verräter) (Herodot VII, 213f.) erlaubte es den Persern, die griechischen Linien über das Gebirge, den Anopaiapfad südlich des Küstenkamms, zu umgehen, und die griechischen Truppen von zwei Seiten niederzukämpfen. Leonidas hatte dieses Manöver vorhergesehen und beauftragte einen Teil seiner Truppen mit der Bewachung des Umgehungspasses. Als diese die Perser herankommen sahen, zogen sie sich in eine nahgelegene Befestigungsanlage zurück. Desungeachtet führten die Perser ihr Umgehungsmanöver weiter durch.

Am Morgen des dritten Tages erreichten erste Spähläufer das Lager Leonidas' und berichteten ihm von der Umgehung. Leonidas handelte von nun an in dem Bewusstsein, dass ein vollkommener Rückzug die Vernichtung durch die persische Reiterei nach sich ziehen würde. Er beschloss, mit seinen 300 Spartanern den Engpass bis zum Letzten zu verteidigen, um den Abzug des griechischen Hauptheers zu decken. Weitere Truppen, deren Heimatländer direkt hinter dem Pass lagen und daher unmittelbar der Plünderung der Perser ausgesetzt sein sollten, schlossen sich Leonidas an. Insgesamt scheinen um die 1000 Griechen geblieben zu sein, um den Rückzug zu decken – nach Herodot insbesondere auch Thespier und Thebaner. Erwartungsgemäß fanden alle den Tod, allerdings nicht ohne den Persern weitere schwere Verluste zugefügt zu haben: Unter den Toten waren zwei von Xerxes' Brüdern. Diese nicht kriegsentscheidende Niederlage begründete den späteren Ruhm Spartas.

Bezeichnend ist hier eine überlieferte Anekdote, derzufolge die Perser aus Wut den Leichnam Leonidas' entgegen den damaligen persischen Sitten schändeten. Noch überlebende Spartiaten in der immer noch wogenden Schlacht sahen dies und befreiten den Leichnam ihres Königs. Sie bargen ihn in den eigenen Reihen und schützten ihn bis zu ihrem eigenen Tod.

Xerxes I. konnte nun ungehindert nach Athen marschieren, das aber von dem umsichtigen Themistokles zwischenzeitlich evakuiert worden war. Mit den siegreichen Schlachten bei Salamis und Plataiai konnten die griechischen Staaten ihre Unabhängigkeit gegen das mächtige persische Weltreich erfolgreich verteidigen.


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