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Geschrieben von Cheffe am 30.03.2006 um 08:32:
Ärzte mussten 19-Jährigen verbluten lassen
Ärzte mussten einen 19-Jährigen während einer Operation verbluten lassen. Das berichtete die ZiB2 am Mittwoch. Der Mann war Mitglied der Zeugen Jehovas und hatte eine Erklärung abgegeben, wonach er jede Bluttransfusion verweigerte.
19-Jähriger verweigerte Bluttransfusionen aus religiösen Gründen. Operation nicht überlebt
Der tragische Vorfall ereignete sich auf der Baumgartner Höhe: Der 19-Jährige hatte Eiter in der Lunge und musste operiert werden. An und für sich eine Routineoperation, bei der jedoch ein sehr hoher Blutverlust nicht auszuschließen sei, hieß es gegenüber der ZiB2.
In einer Patientenverfügung hatte der junge Mann kurz zuvor festgelegt, dass er jede Bluttransfusion verweigere. Den Ärzten waren dadurch die Hände gebunden, der Mann überlebte die Operation nicht.
Die Ärzte hätten noch versucht, das ablaufende Blut aufzufangen. Das habe aber nicht gereicht. Der 19-Jährige erlitt wegen Blutmangels letztendlich einen Herzstillstand.
Hintergrund
Die Zeugen Jehovas sind aus religiöser Überzeugung gegen die Übertragung von fremdem oder eigenem Vollblut, Konzentraten aus roten Blutkörperchen, weißen Blutkörperchen oder Blutplättchen. Grundlage dafür ist die biblische Aussage, dass man sich "des Blutes enthalten" sollte, da Blut heilig sei.
Keine Stellungsnahme von Zeugen Jehovas selbst.
Mutter unterstützte 19-Jährigen
Werner Heindl, Facharzt für Intensivmedizin auf der Baumgartner Höhe, sprach von einem schlimmen Fall. "Es ist für einen Arzt schrecklich, wenn er die Patientenautonomie wahren muss, aber Methoden hat, um das Schlimmste zu verhindern - etwa bei einer schweren Blutung eigentlich daneben stehen und zuschauen muss, wie jemand verstirbt, oder verblutet".
Die Mutter des 19-Jährigen habe ihren Sohn bei dessen Entscheidung unterstützt, hieß es. Die Zeugen Jehovas selbst wollten laut ZiB2 zum aktuellen Fall noch keine Stellung nehmen. Nur so viel: Es werde in der Medizin zu viel Blut verwendet. Die Zeugen Jehovas setzen auf medizinische Alternativen zu Bluttransfusionen.
Johannes Huber, Vorsitzender der Bioethikkommission, sagte in der ZiB2, dass er vielleicht als behandelnder Arzt anders entschieden und alles getan hätte, um das Leben des Patienten zu retten. Er sei mit der derzeitigen Regelung nicht glücklich und hoffe auf eine EU-weite Neuregelung.
Patientenwillen achten
"Der Arzt muss den Patientenwillen achten, auch
wenn dies de facto auf die Selbsttötung des Patienten hinausläuft." Das war zuletzt 1997 das zentrale Ergebnis einer Rechtstudie der Universität Wien für jene Fälle, in denen jemand - etwa als Zeuge Jehovas - eine notwendige und vielleicht sogar lebensrettende Behandlung nicht zulässt.
Anlass für die Studie war damals der Tod eines Babys, dessen Eltern sich aus religiösen Gründen gegen eine Bluttransfusion ausgesprochen hatten.
Kein Einzelfall
Bei dem 19-Jährigen handelte es sich um keinen Einzelfall. Bereits einmal hätten Eltern Bluttransfusionen bei ihrem zehjährigen Kind verweigert. Damals sei es aber durch eine Entmündigung der Eltern durch das Gericht möglich gewesen, das Kind zu retten.
Laut ZiB2 wurde das Kind anschließend von den Eltern zur Adoption freigegeben.
Geschrieben von sandra am 30.03.2006 um 09:00:
naja, jedem das seine... aber für ärzte is sowos sicher voi schlimm!!! i man, du musst zuschaun, wie dein patient stirbt mit dem wissen ihm helfen zu können...
i find zwar scho, dass jeder selbst entscheiden sollte in solchen belangen aber was ich absolut falsch finde is wenn eltern für ihre kinder entscheiden und diese dann sterben müssen nur weil ihre eltern mit dieser überzeugung leben!!!!!!
Geschrieben von Betty am 30.03.2006 um 09:34:
Deswegen könnte ich nie im leben arzt werden, würde da nur blass
umfallen! Wenn ich schon so was sehen müsste.
Geschrieben von Ypsilon am 30.03.2006 um 11:16:
Ganz schlimm find ich die news am Ende des Artikels, wonach die Eltern eines 10jährigen Kindes entmündigt wurden, damit ihr Kind die Chance zum Leben hat und das Kind dann von den Eltern zur Adoption freigegeben wird - was sind das nur für Menschen, die was auch immer höher stellen als das Leben ihres Kindes - echt krank!!!
Geschrieben von kopfballungeheuer am 30.03.2006 um 14:27:
manch religiöse einstellung ist nicht nachvollziehbar...
Geschrieben von Betty am 30.03.2006 um 14:57:
@Yps: Leider gibt es nun mal solche menschen auf dieser welt.
Geschrieben von Ypsilon am 30.03.2006 um 15:36:
Schrecklicher Gedanke - aber aus religiösen Überzeugungen fangen ja auch oft Kriege an ...
Geschrieben von Betty am 30.03.2006 um 18:07:
Finde das voll sinnlos wenn wegen einer religion ein krieg angefangen
wird, aber das ist ja hier nicht das thema!
Geschrieben von Ypsilon am 30.03.2006 um 18:24:
Ja stimmt, ist hier nicht das Thema, aber aus der Liebe zur Religion gleich verbluten find ich etwas extrem, kann das leider/oder gottseidank nicht nachempfinden - noch schlimmer wenns kleine Kinder betrifft, die noch garnicht für sich selbst sprechen können!!!
Geschrieben von Benno am 30.03.2006 um 20:06:
Zeugen Jehovas:
Sekt, ja - Sekten, nein!
Obwohl: Jeder, wie er glaubt - aber wenn´s um Menschenleben geht:
Geschrieben von Betty am 30.03.2006 um 20:25:
Hätte es nicht besser sagen können, wenn es um menschenleben
geht dann sehe ich schwarz!
Geschrieben von Ypsilon am 31.03.2006 um 10:45:
Da steh ich voll hinter Euch - man kann das mit dem Glauben und der Religion sehr wohl übertreiben!!!
Geschrieben von Betty am 31.03.2006 um 13:33:
Glaube wir müssen mal einen eigenen thread für religion aufmachen,
würde sicher interessant werden! Weil es ist hier nicht das thema!
Geschrieben von Ypsilon am 31.03.2006 um 15:29:
Naja eigentlich irgendwie schon, den die Ärzte mußten den 19jährigen wegen seiner Religion und seinem daranhängenden Glauben verbluten lassen ...
... aber eigener Religionsthread wär sicher interessant ...
Geschrieben von Betty am 31.03.2006 um 16:34:
Find das trotzdem irgendwie voll blödsinnig, nur wegen der religion
einen menschen verbluten zu lassen! Da sieht man wieder wie krank
manche leute eben sind!
Geschrieben von Ypsilon am 03.04.2006 um 16:40:
Tja der Glauben versetzt Berge - oder läßt Menschen verbluten
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