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Geschrieben von Spider am 03.11.2005 um 09:02:
Jugendkrawalle in Paris
Siebente Nacht der Gewalt
Schwere Krawalle erschüttern weiterhin die Pariser Vororte.
Ratlos blicken derzeit die Bevölkerung, aber auch die Politiker Frankreichs auf den Flächenbrand der Gewalt, der bereits den siebenten Tag in Folge die Vororte der Hauptstadt Paris heimsucht.
Die durch den Unfalltod zweier Jugendlicher ausgelösten Unruhen drohen zu einem Flächenbrand zu werden und breiten sich immer weiter aus.
Erneut lieferten in der Nacht auf Donnerstag randalierende Jugendliche der Polizei Auseinandersetzungen und steckten Dutzende Autos in Brand.
Polizeiwache besetzt
In Aulnay-sous-Bois wurde vorübergehend eine Polizeiwache besetzt. Ebenfalls in Aulnay überfielen Jugendliche ein Fernsehteam, nahmen den Journalisten deren Auto ab und steckten es in Brand.
In Bobigny verwüsteten rund 40 Vermummte ein Einkaufszentrum und griffen die Verkäuferinnen an. Auch eine Autowerkstatt und eine Sporthalle wurden in Brand gesetzt, zwei Schulen wurden beschädigt.
Die Polizei berichtete von gewaltsamen Zusammenstößen zwischen Randalierern und Beamten in weiteren Vorstädten. Allein im Departement Seine-Saint-Denis gingen rund 40 Autos in Flammen auf.
Alarmstimmung in Paris
Angesichts der sich ausweitenden Krawalle zeigt sich die französische Regierung zunehmend in Alarmstimmung.
Während Innenminister Nicolas Sarkozy auf Grund seiner harten Linie zunehmend in Kritik gerät, meldete sich am Mittwoch erstmals auch Staatspräsident Jacques Chirac zu Wort und mahnte zur Ruhe.
Auch dass Premier Dominique de Villepin kurzfristig eine Kanada-Reise verschob, zeigt den Ernst der Lage.
"Keine Wunderlösung"
Es gebe "keine Wunderlösung für die Lage in den Vierteln", zeigte sich aber auch de Villepin ratlos.
Seit dem Regierungswechsel 2002 habe er "noch nie eine derartige Mobilisierung gegen die (soziale) Unsicherheit erlebt, und die Ergebnisse sprechen für sich selbst", so der Regierungschef.
Chirac verspricht mehr Chancengleichheit
Chirac forderte unterdessen, dass das Gesetz "entschlossen und in einem Geist des Dialoges und des Respekts" angewandt werden müsse. Wenn es keinen Dialog gebe und "die Respektlosigkeit" ausufere, führe das zu einer gefährlichen Lage.
Zudem müsse der Tod der beiden Jugendlichen in Clichy-sous-Bois, der die Krawalle ausgelöst hatte, schnellstmöglich aufgeklärt werden, so Chirac.
Kampf gegen soziale Verelendung
Aber auch Chirac erkannte, dass der Kern des Problems viel tiefer liegt, und kündigte an, innerhalb eines Monats neue Vorschläge zur Chancengleichheit vorzulegen.
In den betroffenen Vororten leben hauptsächlich Einwanderer. Die Vorstädte haben eine hohe Arbeitslosenquote und eine hohe Armenrate. Kritiker werfen der französischen Regierung mangelnden Kampf gegen die soziale Verelendung vor.
Offener Streit Sarkozy - Begag
Innerhalb der Regierung haben die Unruhen bereits zu einem offenen Streit zwischen Innenminister Sarkozy und dem Minister für die Förderung der Gleichberechtigung, Azouz Begag, ausgelöst.
Sarkozy, der die Rebellierenden als Abschaum bezeichnete, kündigte eine Null-Toleranz-Politik an und entsandte als erste Reaktion auf die Ausschreitungen speziell ausgebildete Polizisten. Nach Ansicht von Begag stachelte genau das die Krawalle weiter auf.
Geschrieben von Nuno MAX Gomes am 03.11.2005 um 11:11:
RE: Jugendkrawalle in Paris
Jawohl! Nur immer feste drauf auf die Kiwara!
Geschrieben von kopfballungeheuer am 03.11.2005 um 12:16:
na ob das so toll ist
Geschrieben von Dorli am 03.11.2005 um 12:25:
Bin

, dass man Gewalt mit Gewalt bekämpfen sollte. Wenn das so weiter geht, ist bald der dritte Weltkrieg im anrollen!
Geschrieben von Spider am 03.11.2005 um 12:37:
Na ja jetzt übertreibst du wieder.Das ist ein internes Problem und meiner Meinung kann das die Pariser Polizei und das Bundesheer unter Kontrolle bringen.
Geschrieben von Spider am 07.11.2005 um 14:20:
Außenministerium rät zur Vorsicht
Ein 61-jähriger Mann ist das erste Todesopfer der nächtlichen Krawalle in Frankreich. Begonnen hatten die Ausschreitungen nach dem Tod von zwei Jugendlichen, die vor der Polizei flüchteten, vor eineinhalb Wochen. In mehreren Städten sind die Randale weitergegangen. Mittlerweile rät das Außenministerium zur Vorsicht bei Reisen nach Frankreich. Bei Stadtbesuchen in Paris, Marseille oder Lille, aber auch in normalerweise harmlosen Kleinstädten wie Dijon solle man achtsam sein.
Geschrieben von Nuno MAX Gomes am 07.11.2005 um 14:58:
RE: Außenministerium rät zur Vorsicht
Jetzt wird es dann schön langsam zuviel da drüben! Sind zwar nur Franzosen, aber das kann es ja nicht sein!
Dieses Problem in den Griff zu bekommen wird schwer sein. Mit Gewalt weden beide Seiten nichts erreichen, außer das sich die Lage noch mehr anspannt! Was so mancher Politiker dadrüben auch noch von sich gibt, trägt sicher auch nicht zur Entspannung bei!
Geschrieben von Dorli am 07.11.2005 um 16:40:
RE: Außenministerium rät zur Vorsicht
Wenn das Problem die Pariser Polizei bzw. das Bundesheer unter Kontrolle hätte, wie du so schön sagst Spider, dann wäre vielleicht der 61-jährige Mann noch am Leben und vielleicht die beiden Jugendlichen auch noch!
Geschrieben von Spider am 07.11.2005 um 16:49:
na ja wenn du das so siehst, dann hat unsere Polizei auch nichts unter Kontrolle.Weil bei uns wird auch von zeit zu zeit mal wer in nem Wiener Beisel erstochen.Als Beispiel.
Geschrieben von Dorli am 08.11.2005 um 08:16:
Das hab ich einzig und alleine deshalb gesagt, weil die Polizei aber auch die Politiker selbst schuld sind, wenn sie Gewalt mit Gewalt bekämpfen wollen, da kann sich ja nur die gesamte Situation verschlimmern!
Geschrieben von Spider am 08.11.2005 um 09:29:
Na ja wie würdest du ein paar pubatäre wixer bekämpfen die jeden abend 100e autos anzünden und mit steinen und sonstigen nach dir werfen?Mit ein paar Sprüchen aus der Biebel oder einfach jeden 100€ in die Hand drücken und nett fragen ob sie nicht aufhören wollen?
Geschrieben von Nuno MAX Gomes am 08.11.2005 um 10:34:
Denen stelle ich ne Kiste Bier hin und a Ruhe ist!
Geschrieben von Dorli am 08.11.2005 um 12:10:
@Spider: Das mag vielleicht für dich naiv klingen, aber mit ihnen reden wäre kein schlechter Anfang. Auf jeden Fall besser, als dass ich mich auf deren Niveau niederlasse!

.......
Geschrieben von Spider am 08.11.2005 um 12:15:
na ja was willst du mit ihnen reden?Also es sieht ja so aus, daß sie forderungen stellen an die regierung.Jetzt kannst du mit ihnen "reden" und die Forderungen erfüllen oder du bleibst auf deinen Standpunkt und vertrittst den auch was dann zu ausschreitungen führt.
Das wäre so als wenn die Amis mit terroristen verhandeln.So bald das mal durchgeht versuchen es 100 andere auch.
Geschrieben von Nuno MAX Gomes am 08.11.2005 um 12:19:
@ Dorli: Was willst denn diesen Leuten noch versprechen! Die werden dort schon seit langem in irgendwelchen Vorstadtvierteln zusammengepfercht ohne jede Chance auf ne Ausbildung geschweige denn auf einen Job! Da ist mit reden nichts mehr zu machen. Der Grund für die Ausschreitungen ist ja nicht der Tot zweier Jugendlichen sondern der, dass auf die Menschen dort ganz einfach schon seit langem vergessen wurde. Der Tot der Jugendlichen war nur der Anlass um sich der Wut die sich schon seit langem aufgestaut hat zu entledigen. Glaubst warum habens in Deutschland auch schon Angst!? Dort ist es das gleiche! Dort leben auch tausende von Menschen die keine Lebensgrundlage haben. Früher oder später wenn man ihnen einen Grund gibt, wird es auch dort zu Ausschreitungen kommen. Mit irgendwelchen Versprechen die im Nachhinein in die Welt gesetzt werden, lassen sich diese Menschen auch nicht mehr beruhigen!
Geschrieben von Dorli am 08.11.2005 um 16:54:
@Spider/Max: Ihr habt schon gute Argumente, aber ich finde einfach, wenn jeder so denken würde wie die Jugendlichen, die in Frankreich rebelieren, dann wäre es so als ob zB jemand seinen Chef um eine Gehaltserhöhung fragt, dieser jedoch mit der Gehaltserhöhung nicht einverstanden ist. Und weil der Chef nicht einverstanden ist, greift derjenige einfach mal zur Buffn und erschießt ihn! Wenn einer Forderung bzw. einer Meinung nur mit Gewalt entgegengehalten wird, na dann gute Nacht!
Geschrieben von Spider am 08.11.2005 um 16:57:
Du verstehst da was falsch!Um noch mal zu deinen netten vergleich zurück zu kommen.
Du gehst zum Chef und wills ne Gehaltserhöhung.Er sagt höflich nein.Alles klar
Fall 2.du willst ne Gehaltserhöhung, der Chef sagt nein -> du zündest sein Auto an.Was glaubst du was er machen wird?Dir gut zureden?Oder dir ne gehaltserhöhung geben?
Geschrieben von Benno am 08.11.2005 um 17:25:

Franzosen! Typisch!!! I hobs jo imma gsogt!!!!
Haum de jetzt so quasi wieda a Revolution, oder wie?
Das de Franzosen komisch san, woa kloa - oba so extrem....
Bin erschüttert.......
Geschrieben von Nuno MAX Gomes am 09.11.2005 um 06:39:
@ Dorli: Tut leid aber das ist ein sehr dummer vergleich! Bei denen da drüben geht es bei weitem nicht um ne Gehaltserhöhung sonder um was ganz wesentliches. Um Arbeit! Um auf deinen Vergleich zurück zu kommen: Um mit dem Chef punkto Gehalt zu verhandeln braucht man erst einmal eine Stelle!
Ich halte diesen Gewaltausbruch auch nicht für richtig, aber wie schon gesagt bei dem Sozial und Integrationssystem welches die Franzosen haben ist das alles kein Wunder. Überraschen tut mich diese Gewalttätigkeit nicht. Irgendwann ist das Mass (da ist es wieder) voll und die ganze Aggression entladet sich.
Am besten ist ja der Vorschlag von den französischen Politikern: Die wollen ganz einfach die Schulzeit um 2 Jahre verkürzen, damit Jugendliche früher von der Straße weg kommen und einen Job erlernen können. Hört sich ja grundsätzlich nicht schlecht an, aber wenn keine Jobs vorhanden sind!?!?!?!

Die Politiker wollen die Jugendlichen beruhigen und ihnen das Gefühl geben, dass man an einer Lösung arbeitet. Aber doch bitte nicht so! Die sind ja nicht dumm da drüben und verarschen lassen sie sich auch nicht!
Geschrieben von Dorli am 09.11.2005 um 09:28:
@Spider: Ich glaube nicht, dass mein Chef zu einer Waffe greifen würde, um sich an mir zu rächen, dass ich sein Auto in Brand gesetzt habe. Er würde die Polizei verständigen, ich würde ins Gefängnis kommen und mein Job wäre auch futsch. Das würde passieren und nix anderes!
@max: Natürlich weiß ich, dass es bei denen um mehr geht, als nur um eine Gehaltserhöhung. Wie du schon erwähnt hast, bei denen geht es zB um Arbeitsplätze. Das Ganze war ja nur ein Beispiel!
Aber trotzdem kann nicht jeder, der keine Arbeit bekommt, wie es zB auch bei uns der Fall ist, dass wir so eine hohe Arbeitslosenrate haben, gleich Autos anzünden, nur weil er keine Arbeit bekommt.
Ich habe heute im Radio gehört, dass die Prokop glaubt, dass solche Ausschreitungen bei uns nicht passieren können und warum, weil wir uns alles gefallen lassen! Die lassen sich eben nicht alles gefallen, aber ich finde, dass sie eine andere Möglichkeit hätten finden können, zB wenn sie schon soviele sind, die eine Arbeit haben wollen, dann würd ich mich zusammenschließen und denen Politiker mal ordentlich die Meinung geigen und nicht gleich Autos anzünden!
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